Prävention

Risikofaktoren

Nicht-veränderbare Einflussfaktoren:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Genetik

Beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Kopfverletzungen
  • Luftverschmutzung
  • Geringe Bildung
  • Bluthochdruck
  • Hörminderung
  • Rauchen
  • Fettleibigkeit
  • Depression
  • Körperliche Inaktivität
  • Diabetes
  • Seltene soziale Kontakte

 

Weitere Einflussfaktoren:

  • Nährstoffmangel
  • Schlafapnoe (Atempausen während des Schlafes)
  • Zahnhygiene (Mundgesundheitsprobleme, wie z. B. Periodontitis)

Ein niedriges Bildungsniveau ist der einzige Risikofaktor im frühen Lebensjahr; Hörverlust, Bluthochdruck und Fettleibigkeit im mittleren Alter und zu den im späteren Leben modifizierbaren Risikofaktoren zählen Rauchen, Depression, körperliche Inaktivität, soziale Isolation und Diabetes mellitus. Die Änderung dieser 12 Risikofaktoren könnte bis zu 40 % der Demenzerkrankungen verhindern oder verzögern. Eine Lösung stellen öffentliche Gesundheitsprogramme & individuell zugeschnittene Interventionen dar.

 

Präventionsmaßnahmen:

  • Kognitives Training = Training des logischen Denkens und der Verarbeitungsgeschwindigkeit, komplexe Gedächtnisaufgaben
  • Multidimensionale Ansätze = Finger Studie

FINGER Studie

Groß angelegte finnische Studie zur Verbesserung oder Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion und der Verringerung des Risikos eines kognitiven Rückgangs bei älteren Risikopersonen (kardiovaskuläre Risikofaktoren, Alterung und Demenz). Für die 2- jährige Intervention wurde ein mehrdimensionaler Ansatz genutzt (Ernährung, Bewegung, kognitives Training, Überwachung körperlicher Risikofaktoren). Verglichen wurde dieser mehrdimensionale Ansatz mit einer regulären Gesundheitsberatung in der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse dieser großen, langfristigen Studie deuten darauf hin, dass eine multidimensionale Intervention die kognitive Leistungsfähigkeit von gefährdeten älteren Menschen aus der Allgemeinbevölkerung verbessern oder erhalten kann.

Multidimensionale Intervention:

  • Ernährung: Ernährungsanpassung: Tägliche Zusammensetzung: 
    • 10-20% Proteine
    • 25-35% Fett (<10% aus gesättigten und trans-Fettsäuren, 10-20% aus einfach ungesättigten Fettsäuren und 5-10 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren [einschließlich 2,5-3 g/Tag an Omega-3-Fettsäuren])
    • 45-55 % der täglichen Energie aus Kohlenhydraten (<10 % aus raffiniertem Zucker)
    • 25-35 g/Tag an Ballaststoffe
    • Weniger als 5 g/Tag Salz
    • Weniger als 5 % Verzehr aus Alkohol
    • Zusätzlich wurde ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse, der Verzehr von Vollkorngetreideprodukten und fettarmen Milch- und Fleischprodukten, die Begrenzung des Zuckers auf weniger als 50 g/Tag, die Verwendung von Pflanzenmargarine und Rapsöl anstelle von Butter sowie der Verzehr von mindestens zwei Portionen Fisch pro Woche empfohlen
  • Bewegung: individuell zugeschnittene Programme für progressives Muskelkrafttraining (1-3 Mal pro Woche) (Kniestreckung und -beugung, Bauch- und Rückenmuskulatur, Rotation obere Rücken- und Armmuskulatur und Bankdrücken für die Muskeln der unteren Extremitäten) und Ausdauersport (2-5 Mal pro Woche), einschließlich Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts.
  • Kognitives Training: Sitzungen mit Lerninhalte zu altersbedingten kognitiven Veränderungen, Gedächtnis und Denkstrategien für den Alltag sowie Aktivitäten und weitere Sitzungen zur Überprüfung der Fortschritte sowie einem Besuch bei der örtlichen Alzheimer-Gesellschaft. Soziale Aktivitäten wurden durch die zahlreichen Gruppentreffen aller Interventionsteilnehmenden angeregt.
  • Überwachung körperlicher Risikofaktoren: Treffen mit Studienschwester und -arzt, um Blutdruck, Gewicht und BMI sowie Hüft- und Taillenumfang zu messen, körperliche Untersuchungen durchzuführen und Empfehlungen zum Lebensstilmanagement zu geben.